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Karl von Monschaus Bernsteinzimmer III

Karl von Monschau stellt sich und anderen Künstlern die Frage: Kann man mit Bernstein Kunst machen? Malen? Ist Bernstein ein Pigment? Die 12 Künstler dieser Ausstellung haben sich vielfältig mit dem Bernstein und seiner Aura auseinandergesetzt.

Eugenie Bongs-Beer und Rita Greven-Janson erwecken in ihren Bildern den Eindruck, wirklich Bernstein-Pigmente verwendet zu haben. Bernstein ist nicht mineralisch, kristallin, sondern ein Harz, amorph, sozusagen flüssig. „Flüssiges Sonnenlicht“ nennt Theo Ramrath seinen Kasten, der einer Monstranz ähnelt. Er enthält bernsteinfarbene Leimkugeln, in denen eine Glasflasche steht. Sie enthält nicht flüssigen Bernstein, sondern Whisky.

Leim, Knochenleim erscheint einige Male in der Ausstellung: in der „Hasenleimmühle“ des Karl von Monschau, in der „Hasenleim“-Serie von Collagen der Thea Pott. Aber die meisten Künstler lösen ihre Vorstellungen von dem Material. Der leuchtende Glanz der Bernsteins hat Emil Sorge zu seinem Lichtrelief, einer von hinten beleuchteten, perforierten Holzplatte angeregt. Die Fotografen assoziieren zum Glanz das Alter, zum Alter den Zerfall, das Verschwinden im Ungefähren – so Bernd Radtke in den Ansichten zerfallender Bauten und Jan Stahler in seinem 9-teiligen Tableau „The Amber Room“.

Erscheint nicht Gold in der Ferne wie Bernstein? Erik Offermann ist die Berliner Siegessäule mit der vergoldeten Viktoria eingefallen, und er hat sie gemalt.

Nicht alle Bilder, die die Künstler hier entwerfen, sind so offen, aufgeklärt, L’Art pour L’Art. Einige greifen in die Zeiten zurück, in denen der Glaube das Wissen beherrschte. Winfried Tertin hat prächtige katholische Devotionalien entworfen und den Kitsch, der ihnen anhaftet, füllig in seine Glaskästen gepackt. Gegenüber hängt ein großes Kleid aus Hunderten von Bernsteinketten der Renate Müller-Drehsen und strahlt seine esoterische Kraft aus. Und Karl von Monschau hat einen großen Schrank als Kunst- und Kuriositätenkabinett ausgerüstet, vor dem schwere Eisenringe liegen, die ein Bild unter der Decke widerspiegelt – als ein kosmische Vision, eine Huldigung an die Harmonia Mundi.

(In Anlehnung an einen Text von Wolfgang Becker)


Kurator: Karl von Monschau

Zeitraum: 19.12.2008 – 31.01.2009

Ausstellungsort: Galerie 45, Ludwigsallee 45, 52062 Aachen

 

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